Leben

Im Mittelpunkt

Ich bin mein Mittelpunkt, meine Priorität und mein Anker.
Sage es gerne laut, denn ich bin das, was zählt.
Verbringe jeden Tag mit mir selbst, eine Pause gibt es nicht.

Sehe in den Spiegel und habe keine Wahl. Alles, was
ich dort je finden werde, genau das bin ich.
Den Spiegel kann ich austauschen, kann ihn putzen.
Egal, was ich tue, sobald ich wieder hineinsehe, sehe ich nur eines: mich.

Stehe jeden Morgen auf, dankbar für den Tag, von dem ich sehr wohl weiß,
er ist nicht selbstverständlich. Ich bin immer ich.
Egal, wohin ich gehe, mit wem ich rede. Kann mich mit hässlichen Seelen umgeben oder mit wunderschönen. Meine Seele, diese eine, gehört mir.

Jede Nacht schließe ich meine Augen, was auch immer der Tag mir brachte,
verbringe nicht zu viel Zeit damit, was die Nacht für mich bereithält.
Denn ist es nicht so, dass es in diesem Universum mehr Dinge gibt, die ich nicht beeinflussen kann, als solche, die sich meinen Wünschen fügen?

Mein Mittelpunkt, das bin ich.
Ich bin ein Egoist, glaub mir, ich bin ein ganz Netter.
An erster Stelle muss ich stehen, eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
Kann daran arbeiten, wer ich sein möchte und wie meine eigene Wertung ausfällt.
Erst dann, denn das ist wahrlich früh genug, strecke ich meine Hand aus, um denen zu helfen, die ich liebe. Um zu lieben. Um mich zu opfern für jene, die zu mir gehören.
Bin in der Lage das zu entscheiden, jetzt stark genug, mein eigener Anker, der bin ich.

Dass Liebe so einfach ist

Einst sagte mir jemand: „Echte Liebe kann so einfach sein“ und ich dachte: ‚Wenn es einfach ist, ist es nicht echt.´
Ich verstand nicht, was er meinte, als er sagte:
„Wahre Liebe ist das, wofür es sich zu kämpfen lohnt“,
hatte er nicht soeben davon gesprochen, wie einfach die Liebe wäre?

Egal, wie ich es drehte und wendete, es wollte nicht zusammenpassen.
Die dramatische Liebesgeschichte, einfach?
Ein Kampf, für etwas, dass so bodenständig und echt ist?
Dort lag wohl ein Unterschied, zwischen „echter“ und „wahrer“ Liebe.

„Liebe ist einfach, Hass ist schwer“, las ich irgendwo.
Wahrhaftig, Hass war anstrengend und wild.
Nicht erstrebenswert. „Einfache Liebe“ hingegen oder einfach Liebe, das, was ein Jeder sich wünscht.
Eines wusste ich ganz sicher: Ich konnte sie nicht finden.
Sie musste mich finden.

Einen kurzen Moment lang dachte ich, ich hätte sie,
„die einfache Liebe“, sie war angenehm, wie eine kühle
Brise, an einem heißen Sommertag. Ich wollte sie festhalten.
Bis ich sie nicht mehr wollte, die Freundschaft, die keine Liebe war.

An meinem Tag, der „echten, wahren und einfachen Liebe“,
wusste ich nicht, was auf mich wartete. Hatte nicht gesucht.
Meine Instinkte, Spürsinn, weit entfernt von akzeptabel.

Doch dort stand sie, meine Liebe. Die Wahre.
Jene, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Die einfach ist, weil so zu lieben, wie atmen ist.
Ein Kampf, soviel größer, als ich selbst.
Gewissheit, dass die Liebe immer größer sein wird.
Eine Macht. Einfach wie atmen, und jeden Kampf wert.

Letztes Wort

„Ich habe das letzte Wort“,
„Gib nicht immer Widerwort!“,
„Wer zuletzt lacht, lacht am besten“.

Das verdammte letzte Wort,
unverständlich, weshalb es so besonders ist.
Dennoch möchte ich es gerne haben.
Meine Aussage zählt, alles was danach kommt,
ist Schall und Rauch. Das letzte, allerletzte Wort.
Meines.

Widerwort, nicht nur aus Kindermund.
Zumindest, aber hier noch sehr ungeschönt ehrlich.
Kommt es, wenn wir groß sind, weniger wie „aus der Pistole geschossen“,
mehr „hinter dem Rücken des anderen, sobald er den Raum verlassen hat, zücken wir das Messer“. Kein Widerwort! Absolut überhaupt keines!

Das letzte Lachen, dieses beste, schönste Lachen.
Freudestrahlend, suchend nach Rache. Ist das
doch ganz klar der Grund für unser Lachen: Derjenige, der uns zuerst zum Narren hielt,
den Lachen wir nun aus. Ein riesen Spaß! Ganz einfach das allerbeste, letzte Lachen.

Wohin dann aber mit dem ersten Wort?
Der erste Schritt in jeder Unterhaltung.
Unwichtig, weil es das erste und nicht das letzte Wort ist?

Was tun, wenn das Widerwort lautet „aber natürlich, ich liebe Dich!“
Die Versicherung an unseren Geliebten, dass sich unsere Gefühle nicht geändert haben.
Sie sich nicht ändern werden. Egal, wie verrückt unser Partner gerade spielt.

Wie gut wäre das erste und letzte Lachen, wenn niemand den anderen auslacht und gelungene Rache kein Grund wäre, sich zu freuen?

Acryl auf Papier, 45×60 cm,©JJBUETTNER

Vergebung

Befreiend ist sie, die Vergebung.
Wer vergeben kann, ist groß.
Sie macht uns stark, lässt uns aufrecht stehen.

Als Kinder lernen wir, dass Verzeihen gut ist.
Nachtragend möchte keiner sein.
Entschuldige Dich, und Dir wird vergeben.

Was aber, wenn nicht?
Die Annahme unserer Entschuldigung verweigert,
zu groß der Schaden, der Schmerz zu tief.

Wo ist der Vermittler, unser unparteiischer Helfer,
Mama, Papa oder große Schwester, die sagen:
„Schau mal, das hat er nicht so gemeint“?

Wie geht es weiter, wenn Vergebung nicht frei macht?
Bleiben jene, denen nicht verziehen wurde, für immer
gefangen?

Viel schlimmer, denn so oft sind wir es selbst,
dem wir nicht vergeben können.
Nicht loslassen, nicht verzeihen wollen.

Sind unser Feind, am wenigsten hilfreichster
Berater, und baden allzu gerne in der Schuld,
dem Schmerz, den wir zu verantworten haben.

Könnten wir nur unser eigener Freund sein und wenn nicht,
zumindest ein fairer Berater. Ein Bruder, eine Schwester.
Einer, der uns von ganzem Herzen liebt.

Menschenleid

Sie sterben, die Vögel, nach ihrer letzten Reise in den Süden.
Manche schaffen es nicht. Zu beschwerlich, der Flug.
Der Wind, ihr Geleit. Wohin gehen sie? Kennen sie den Himmel doch bereits.

Sie fallen, die Blätter. Ihre Lebenszeit so kurz, die Blüte
verflog. Sie sterben, die Blätter. Der Baum lässt sie los.
Die Erde, auf die sie fallen, ist, was von ihnen bleiben wird.

Sie wollen nicht loslassen, die Menschen. Wissen sie doch, sie haben keine Wahl.
Es quält der Gedanke an die eigene Endlichkeit, die Gesunden, die Kranken.
Sorgen bereitet der letzte Gang, den Jungen, den Alten, den Reichen und den Armen.

Sie hoffen, auf ein Leben nach dem Tode, beten, dass dies hier nicht alles war.
Aufhören, nein, das wollen sie nicht. Zum Alptraum wird ihr Dasein, sich geißelnd mit der Frage nach dem „Wann?“.

Sie klagen, wenn es Ihre Liebsten trifft, sie schreien und toben. Fast niemals ist es genug Zeit. Wie könnte es auch genug sein, wollen sie doch noch mehr lieben, geliebt werden.
Der Menschen Leid, das Ende des Lebens, unvorstellbar und unbegreiflich.
Während sie ihr Leben nicht mit seiner Endlichkeit füllen sollten, wie können sie anders, als sich zu fürchten. Haben sie doch so viel zu verlieren.
Denn genau das ist ihnen so bewusst.

Wilde Wasser

„Stille Wasser sind tief“, oft verstecken sich unter der ruhigen Oberfläche ungeahnte Fähigkeiten.
„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, bevor man etwas Unpassendes sagt, sagt man lieber überhaupt nichts.

Soweit so gut.

Mein Leben lang war ich alles andere als ein stilles Wasser.
Schon immer eher „Rafting“ anstatt „ruhiges Paddeln“. Ich war laut, ich war präsent.
Jedoch nicht so präsent, dass es auf Unsicherheit schließen lassen könnte.
Selbstbewusst.
Arrogant?
Früh kamen meine Erfahrungen, dass zwar die lauten Gewässer oftmals die stillen übertönen, sie einfach übergehen, es jedoch nicht nur Gutes hat, ein wildes Gewässer zu sein.
Davon, wie die Welt dieses Thema sieht, habe ich viel gelernt:

Wann es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten, meine Aktion nicht gefragt ist.

Auch, dass manche stillen Gewässer keine Hilfe benötigen.

Dass sie tatsächlich sehr tief sein können und schön, manche stillen Wasser.

Was ich nicht gelernt habe und nicht lernen will:

Schweigen ist nicht immer Gold. Manchmal ist es einfach gewaltig feige.

Es gibt stille Wasser, die sind außerdem sehr flach, dennoch heimtückisch.

Die Gefahr des Ertrinkens misst sich nicht an der Stille des Wassers, aber viel mehr daran, ob man Dir eine Rettungsweste reicht.

„Selbstbewusstsein ist gleich Arroganz“, ist das Lied, das ich nicht mehr hören kann und wenn sie es spielen, geh ich von Bord, in dem Wissen, dass mir der Sturm oder die Flaute, die da kommen mag, ganz gleich ist.

Teufelspakt

Der Teufelspakt bezeichnet den Handel mit dem Bösen. Gegenstand des Verkaufs: Die Seele des Menschen. Eben jedes unsterbliche „Lüftchen“, das in uns schlummert.
Was ist so eine Seele nun wert?
Während die gängigen Verkaufsplattformen wenig hilfreich bei der Recherche sind, so sind wir uns doch bewusst: Je reiner die Seele, desto höher der zu erzielende Verkaufspreis. Mehr Geld, mehr Anerkennung, mehr Macht. Einfach mehr von allem. Das ist der Deal.
Es drängt sich eine weitere Frage auf, und das wird sicher nicht die letzte gewesen sein:
Wann und wo können wir unser Angebot abgeben?
Hier liegen wir nun, allein in unserem Bett, in völliger Dunkelheit.
Erbärmlich wie wir sind, rufen wir ihn an, den Teufel, das Böse, das am meisten Gefürchtete zwischen Himmel und Hölle. Ob wir nun religiös sind oder nicht, wir wissen, die dunkle Seite ist kein Märchen. So hoffen wir weiter, ein Dämon möge uns erscheinen und unsere Ware beurteilen, sie für gut befinden:
„Nicht schlecht, diese Seele, die Du dahast, den extra Ferrari kannst Du Dir aber abschminken. Dafür reicht es beim besten Willen nicht“, grummelt das Vieh, während ich enttäuscht und ein bisschen trotzig vor mich hinstarre.
„Ja, in Ordnung. Dann gehe ich noch ein bisschen runter. Lass´ den Ferrari weg.
Die fünf Millionen auf meinem Konto, die Villa und die Macht bekomme ich aber?“ frage ich, und fühle mich wie ein scharfsinniger Meister des Feilschens.
„Hm, ein bisschen Provinz-Macht ist schon drin, bis zum globalen Machthaber genügt es(aber) nicht. Nein, nein. Diese Seele ist mehr als in Ordnung, aber eben auch nicht exzellent. Die hättest Du besser pflegen sollen. Weißt Du, was ich meine? Den guten, gebrauchten Wagen wirtschaftet man ja auch nicht innerhalb eines Jahres herunter und verkauft ihn dann zum beinahe gleichen Preis. Ein guter Preis lässt sich nur bei guter Instandhaltung erzielen, und ganz ernsthaft, was ich Dir anbiete, ist ein wirklich fairer Handel.“

Wir lächeln in uns hinein, sieht so ein Pakt mit dem Teufel aus?
Warum zur Hölle und im Himmel kommt dann niemand, wenn man sein Angebot abgeben möchte?
Es sind solche Nächte, die uns nicht schlafen lassen. Solche, die uns die Wahrheit klarsehen lassen: Eine Vereinbarung gibt es nicht.
Den künstlerisch sowie religiös inszenierten Pakt mit dem Teufel oder einem seiner Vertreter. Kein Vertrag, kein Pakt und ganz sicher niemand, der uns dafür belohnt, ihm unsere unsterbliche Seele zu versprechen.
Als wäre dafür ein Versprechen notwendig!

Vielmehr ist es doch so, dass wir jeden Tag handeln. Mit dem Teufel. Mit unserem Leben.
Jeden Tag unseres Lebens, in beinahe jedem Moment, können und müssen wir uns entscheiden. Kommt der Teufel auch nicht als düsteres Fabelwesen mit Hörnern daher, so ist er dennoch da. Böse Energie, die nur darauf wartet, dass wir nach ihr greifen. Jeden Tag.

Wir brauchen kein Buch, keinen Prediger, keinen Lehrer, um zu wissen, was Recht und Unrecht ist. Unsere Seele hingegen, auf die sollten wir gut achten, denn wer weiß, was wir noch vorhaben. An jedem Tag, für den Rest unseres Daseins.

30 Jahre

Es muss an meinem vierten Geburtstag gewesen sein, als Familie und Freunde mit mir um unseren großen Esszimmertisch saßen. Die Torte direkt vor mir. Alle Augen auf mich, das Geburtstagskind, gerichtet. Genau wie Papas Kamera: „Jenny, schau mal hier, hallo“, machte er auf sich aufmerksam. Ich wollte keinen Kuchen. Ich wollte keinen Geburtstag und keine Gäste. Auch auf die Geschenke würde ich verzichten, wenn es nicht anders ging.
Weinend rannte ich in mein Zimmer. Ich wollte diesen blöden Geburtstag nicht. Blöd fand ich ihn, weil mir jemand erzählt hatte, umso mehr Geburtstage ich haben würde, umso eher würden meine Eltern für immer gehen. Sie würden sterben!
Mein kleines Herz konnte diesen Gedanken nicht ertragen. Mein großes Herz kann es noch immer nicht. Der Geburtstag wurde fortgesetzt, nachdem ich überzeugt war: Das hatte nichts mit meinen Geburtstagen zu tun!

Heute weiß ich, dass es Kinder gibt, für die es keinen Geburtstag gibt, an dem sie glauben, um ihre Eltern bangen müssen. Denn sie haben sie längst verloren. Sie wussten nie, wie salzig ein Stück Geburtstagstorte schmeckt, nach Stunden voller Tränen.
Für sie gab es nie eine Torte. Erwachsene, für die jenes Stück Torte, wenn es tatsächlich um die liebsten Menschen geschehen ist, genauso salzig schmeckt.

30 Jahre sind nicht genug. Ich habe das Beste, Euch.
Auch wenn 30 weitere Jahre vergangen sein werden, werde ich mehr wollen. Die Zeit an mich reißen, als wäre sie nur für mich ganz allein bestimmt. Wohl wissend, dass für keinen von uns allein jene Zeit bestimmt ist, aber die eigene Zeit irgendwann für jeden gekommen sein wird.

Ich hatte 30 Jahre.
Ich hatte Liebe.
Ich hatte zuhause.
Ich hatte Mut.
Ich hatte Schwierigkeiten.
Ich hatte Respekt.
Ich hatte Kraft.
Ich hatte Spaß.
Ich hatte Tränen.
Ich hatte Vorbilder.
Ich hatte Diskussionen.
Ich hatte meine Meinung.
Ich habe Euch.

Für meine lieben Eltern: Ich habe noch lange nicht genug.
Perfektion ist eine Illusion. Wäre sie aber real, so wärt Ihr ihr am Nächsten.

Versprich mein nicht!

„Versprich mir, dass wir für immer Freunde bleiben“, sagte Larissa mit einem breiten Grinsen an jenem Tag am See. Ich erinnere mich so gut an jenen Moment, weil er etwas Besonderes war. Der Tag war einer der schönsten in diesem Sommer.
Warum hätte man diesen Tag mit einem Versprechen verändern sollen, dachte ich damals.
Heute weiß ich, warum mir das Versprechen unnötig vorgekommen war.
All die Jahre später sitzen Larissa und ich am Flughafen. Auf zu unserer Weltreise. Eben jener, von denen wir schon träumten, als wir noch kleine Mädchen waren.

„Versprich mir, dass Du niemals aufhören wirst, mich zu lieben“, hörte ich die Freundin meines Bruders flüstern. Sie waren gerade auf dem Weg auszugehen, an diesem lauen Sommerabend. Ich saß auf meiner Fensterbank und hatte das Gespräch zufällig belauscht.
„Nun versprich es schon“, bohrte sie.
„Ich verspreche es“, murrte er zurück.
Die Trümmer jener Beziehung, die mein Bruder geführt hatte, flogen um unser aller Ohren.
Unser Zuhause, ein Schlachtfeld. Die Liebe, die Versprochene, sie war nicht mehr.

Alle Welt sagt: „Sei vorsichtig, was Du versprichst, denn Versprechen muss man halten.“

Ja richtig, man muss sie halten.

Indianerehrenwort.
Außerdem haben Lügen die kürzesten Beine.

Ich sage: „Was wahr ist, muss nicht versprochen werden.“

Abschied

Der Tag rückt näher, die Angst wird übermächtig,
der große Abschied naht, wenn es doch etwas gäbe, ihn zu vermeiden, irgendwas.

Du musst gehen, ich Dich gehen lassen. Sehe mich schon am Gleis stehen,
winkend, der Zug nimmt Fahrt auf, mit einer meiner Lieben darin.

Noch ist es nicht so weit, tröste ich mich, wir haben noch Zeit,
nicht viel, denn die Stunden verfliegen wie in Lichtgeschwindigkeit.

Mein Herz ist schwer, wohin mit meiner Wut und meinem Schmerz,
wer trägt die Verantwortung? Warum bleibst Du nicht einfach?

Der Tag ist gekommen und der Morgen viel zu früh und kalt, ich sehe Dich an,
wie Du schläfst, betrachte Dich und frage mich, wann Du wieder bei mir sein wirst.

Egoistisch bin ich, denke nur an mich, daran, dass Du mein bist, die Welt,
in die Du zurückgehen musst, eine dunkle Stadt, ohne Lichter.

Dein Erwachen reißt mich aus meinen Gedanken,
Dein Lächeln, meine Droge, ohne die ich nicht sein will,
Deine Umarmung, Deine Küsse, alles an Dir holt mich zurück, zurück aus der Dunkelheit.

Tränen laufen über mein Gesicht, ich sehe, dass auch Du gerne weinen würdest,
doch Du küsst mich.
Meine Hände zittern, wollen Dich nicht loslassen, niemals.

„Kein Abschied in Liebe, kann je für immer sein, mein Schatz“, flüsterst Du in mein Ohr und ich sage: „Ja, auch wenn es auf dieser Welt keinen Ort mehr gibt für uns, so gibt es dennoch einen, irgendwo, für unsere Liebe“.

Der Zug nimmt Fahrt auf und ich winke, werde schmerzlich leiden, bis Du wieder bei mir bist, irgendwann. Lächelnd trete ich den Heimweg an, in das Zuhause, das unser ist, wissend, dass es die Liebe ist, die uns Heimat bietet.