Letztes Wort

„Ich habe das letzte Wort“,
„Gib nicht immer Widerwort!“,
„Wer zuletzt lacht, lacht am besten“.

Das verdammte letzte Wort,
unverständlich, weshalb es so besonders ist.
Dennoch möchte ich es gerne haben.
Meine Aussage zählt, alles was danach kommt,
ist Schall und Rauch. Das letzte, allerletzte Wort.
Meines.

Widerwort, nicht nur aus Kindermund.
Zumindest, aber hier noch sehr ungeschönt ehrlich.
Kommt es, wenn wir groß sind, weniger wie „aus der Pistole geschossen“,
mehr „hinter dem Rücken des anderen, sobald er den Raum verlassen hat, zücken wir das Messer“. Kein Widerwort! Absolut überhaupt keines!

Das letzte Lachen, dieses beste, schönste Lachen.
Freudestrahlend, suchend nach Rache. Ist das
doch ganz klar der Grund für unser Lachen: Derjenige, der uns zuerst zum Narren hielt,
den Lachen wir nun aus. Ein riesen Spaß! Ganz einfach das allerbeste, letzte Lachen.

Wohin dann aber mit dem ersten Wort?
Der erste Schritt in jeder Unterhaltung.
Unwichtig, weil es das erste und nicht das letzte Wort ist?

Was tun, wenn das Widerwort lautet „aber natürlich, ich liebe Dich!“
Die Versicherung an unseren Geliebten, dass sich unsere Gefühle nicht geändert haben.
Sie sich nicht ändern werden. Egal, wie verrückt unser Partner gerade spielt.

Wie gut wäre das erste und letzte Lachen, wenn niemand den anderen auslacht und gelungene Rache kein Grund wäre, sich zu freuen?

Acryl auf Papier, 45×60 cm,©JJBUETTNER

Kommentar verfassen