Wilde Wasser

„Stille Wasser sind tief“, oft verstecken sich unter der ruhigen Oberfläche ungeahnte Fähigkeiten.
„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, bevor man etwas Unpassendes sagt, sagt man lieber überhaupt nichts.

Soweit so gut.

Mein Leben lang war ich alles andere als ein stilles Wasser.
Schon immer eher „Rafting“ anstatt „ruhiges Paddeln“. Ich war laut, ich war präsent.
Jedoch nicht so präsent, dass es auf Unsicherheit schließen lassen könnte.
Selbstbewusst.
Arrogant?
Früh kamen meine Erfahrungen, dass zwar die lauten Gewässer oftmals die stillen übertönen, sie einfach übergehen, es jedoch nicht nur Gutes hat, ein wildes Gewässer zu sein.
Davon, wie die Welt dieses Thema sieht, habe ich viel gelernt:

Wann es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten, meine Aktion nicht gefragt ist.

Auch, dass manche stillen Gewässer keine Hilfe benötigen.

Dass sie tatsächlich sehr tief sein können und schön, manche stillen Wasser.

Was ich nicht gelernt habe und nicht lernen will:

Schweigen ist nicht immer Gold. Manchmal ist es einfach gewaltig feige.

Es gibt stille Wasser, die sind außerdem sehr flach, dennoch heimtückisch.

Die Gefahr des Ertrinkens misst sich nicht an der Stille des Wassers, aber viel mehr daran, ob man Dir eine Rettungsweste reicht.

„Selbstbewusstsein ist gleich Arroganz“, ist das Lied, das ich nicht mehr hören kann und wenn sie es spielen, geh ich von Bord, in dem Wissen, dass mir der Sturm oder die Flaute, die da kommen mag, ganz gleich ist.

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