Teufelspakt

Der Teufelspakt bezeichnet den Handel mit dem Bösen. Gegenstand des Verkaufs: Die Seele des Menschen. Eben jedes unsterbliche „Lüftchen“, das in uns schlummert.
Was ist so eine Seele nun wert?
Während die gängigen Verkaufsplattformen wenig hilfreich bei der Recherche sind, so sind wir uns doch bewusst: Je reiner die Seele, desto höher der zu erzielende Verkaufspreis. Mehr Geld, mehr Anerkennung, mehr Macht. Einfach mehr von allem. Das ist der Deal.
Es drängt sich eine weitere Frage auf, und das wird sicher nicht die letzte gewesen sein:
Wann und wo können wir unser Angebot abgeben?
Hier liegen wir nun, allein in unserem Bett, in völliger Dunkelheit.
Erbärmlich wie wir sind, rufen wir ihn an, den Teufel, das Böse, das am meisten Gefürchtete zwischen Himmel und Hölle. Ob wir nun religiös sind oder nicht, wir wissen, die dunkle Seite ist kein Märchen. So hoffen wir weiter, ein Dämon möge uns erscheinen und unsere Ware beurteilen, sie für gut befinden:
„Nicht schlecht, diese Seele, die Du dahast, den extra Ferrari kannst Du Dir aber abschminken. Dafür reicht es beim besten Willen nicht“, grummelt das Vieh, während ich enttäuscht und ein bisschen trotzig vor mich hinstarre.
„Ja, in Ordnung. Dann gehe ich noch ein bisschen runter. Lass´ den Ferrari weg.
Die fünf Millionen auf meinem Konto, die Villa und die Macht bekomme ich aber?“ frage ich, und fühle mich wie ein scharfsinniger Meister des Feilschens.
„Hm, ein bisschen Provinz-Macht ist schon drin, bis zum globalen Machthaber genügt es(aber) nicht. Nein, nein. Diese Seele ist mehr als in Ordnung, aber eben auch nicht exzellent. Die hättest Du besser pflegen sollen. Weißt Du, was ich meine? Den guten, gebrauchten Wagen wirtschaftet man ja auch nicht innerhalb eines Jahres herunter und verkauft ihn dann zum beinahe gleichen Preis. Ein guter Preis lässt sich nur bei guter Instandhaltung erzielen, und ganz ernsthaft, was ich Dir anbiete, ist ein wirklich fairer Handel.“

Wir lächeln in uns hinein, sieht so ein Pakt mit dem Teufel aus?
Warum zur Hölle und im Himmel kommt dann niemand, wenn man sein Angebot abgeben möchte?
Es sind solche Nächte, die uns nicht schlafen lassen. Solche, die uns die Wahrheit klarsehen lassen: Eine Vereinbarung gibt es nicht.
Den künstlerisch sowie religiös inszenierten Pakt mit dem Teufel oder einem seiner Vertreter. Kein Vertrag, kein Pakt und ganz sicher niemand, der uns dafür belohnt, ihm unsere unsterbliche Seele zu versprechen.
Als wäre dafür ein Versprechen notwendig!

Vielmehr ist es doch so, dass wir jeden Tag handeln. Mit dem Teufel. Mit unserem Leben.
Jeden Tag unseres Lebens, in beinahe jedem Moment, können und müssen wir uns entscheiden. Kommt der Teufel auch nicht als düsteres Fabelwesen mit Hörnern daher, so ist er dennoch da. Böse Energie, die nur darauf wartet, dass wir nach ihr greifen. Jeden Tag.

Wir brauchen kein Buch, keinen Prediger, keinen Lehrer, um zu wissen, was Recht und Unrecht ist. Unsere Seele hingegen, auf die sollten wir gut achten, denn wer weiß, was wir noch vorhaben. An jedem Tag, für den Rest unseres Daseins.

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