Abschied

Der Tag rückt näher, die Angst wird übermächtig,
der große Abschied naht, wenn es doch etwas gäbe, ihn zu vermeiden, irgendwas.

Du musst gehen, ich Dich gehen lassen. Sehe mich schon am Gleis stehen,
winkend, der Zug nimmt Fahrt auf, mit einer meiner Lieben darin.

Noch ist es nicht so weit, tröste ich mich, wir haben noch Zeit,
nicht viel, denn die Stunden verfliegen wie in Lichtgeschwindigkeit.

Mein Herz ist schwer, wohin mit meiner Wut und meinem Schmerz,
wer trägt die Verantwortung? Warum bleibst Du nicht einfach?

Der Tag ist gekommen und der Morgen viel zu früh und kalt, ich sehe Dich an,
wie Du schläfst, betrachte Dich und frage mich, wann Du wieder bei mir sein wirst.

Egoistisch bin ich, denke nur an mich, daran, dass Du mein bist, die Welt,
in die Du zurückgehen musst, eine dunkle Stadt, ohne Lichter.

Dein Erwachen reißt mich aus meinen Gedanken,
Dein Lächeln, meine Droge, ohne die ich nicht sein will,
Deine Umarmung, Deine Küsse, alles an Dir holt mich zurück, zurück aus der Dunkelheit.

Tränen laufen über mein Gesicht, ich sehe, dass auch Du gerne weinen würdest,
doch Du küsst mich.
Meine Hände zittern, wollen Dich nicht loslassen, niemals.

„Kein Abschied in Liebe, kann je für immer sein, mein Schatz“, flüsterst Du in mein Ohr und ich sage: „Ja, auch wenn es auf dieser Welt keinen Ort mehr gibt für uns, so gibt es dennoch einen, irgendwo, für unsere Liebe“.

Der Zug nimmt Fahrt auf und ich winke, werde schmerzlich leiden, bis Du wieder bei mir bist, irgendwann. Lächelnd trete ich den Heimweg an, in das Zuhause, das unser ist, wissend, dass es die Liebe ist, die uns Heimat bietet.

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