Hoch verschuldet?

Kennt Ihr das Gefühl, dem Schicksal etwas schuldig zu sein?
Eben jenes Gefühl, das uns überkommt, wenn wir besonders glücklich sind.
Einige werden sagen, dass dies mit unserer eigenen Wertvorstellung oder ja, unserem
Selbstwertgefühl zu tun hat. Wer sich selbst liebt, ist in der Lage, Gutes, das ihm widerfährt, willkommen zu heißen, es auszukosten und durch keinen negativen Gedanken trüb werden zu lassen. Angeblich.

Vielmehr ist es doch so, dass wir „alltägliches Glück“ gerne übersehen und nicht bewerten.
Unsere Gesundheit ist uns zumeist dann wertvoll, wenn Störfaktoren auftauchen. All die Tage, Monate und Jahre, an denen wir uns vollkommen gut gefühlt haben, fallen doch erst dann wirklich ins Gewicht, wenn sie scheinbar, wenngleich hoffentlich nur vorübergehend, vorbei sind.

Die Dankbarkeit und somit die Ängste, es könnte nun etwas Schlimmes folgen, steigen an, sobald die Erlebnisse über eben dieses „alltägliche Glück“ hinausgehen.
Eine Beförderung, die mehr Selbstverwirklichung und Reduzierung der finanziellen Ängste herbeiführt. Wir freuen uns ehrlich, sind dankbar. Auch stolz auf unsere eigenen Leistungen.
‚Wann kommt er denn nun, der Schlag ins Gesicht?‘, grübeln wir.

Unaushaltbar, die nackte Angst, es könnte nun etwas Furchtbares geschehen.
Etwas Unaussprechliches. Das Gefühl, der Teilzeitabergläubische in uns, müsste allein beim Aussprechen dieser schrecklichen Situationen, dreimal auf Holz klopfen.
Ja, genau diese Angst überkommt uns, sollten wir zu den Glücklichen gehören, die ganz ohne Zweifel den einen, den ihren, den „für immer“- Menschen für sich gefunden haben.
Jeder einzelne Blick voller Liebe, auch nachdem die anfängliche Verliebtheit bereits hätte verschwinden müssen, sie jedoch nach und nach durch etwas Größeres, Stärkeres, die wahre Liebe, ersetzt wurde. Diese Überdosis Liebe und Gefühle, die kein anderer Mensch uns je empfinden ließ. Solch eine Liebe, die von außen zwar beobachtet, jedoch nicht nachempfunden werden kann. Existiert sie doch nur zwischen Euch beiden.

Was folgt darauf?
Es kann nur etwas Schreckliches sein.
Der Verlust eben dieses Menschen.
Eines anderen Geliebten? Des eigenen Lebens?

Habt Ihr noch etwas „gut“ beim Schicksal? Euer Konto im Plus?
Ich möchte es nicht hoffen. Hoffe auf Balance, auf eine Null im Kontoauszug des Lebens.
Während ich daran denke, an das Beste, das mir je passiert ist, Dich, klopfe ich auf Holz.
Exakt dreimal und hoffe, dass die Zinsen für meine Rückzahlung auf Raten, nicht steigen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.