Was wir zu glauben bereit sind

Schneeweiße Wäsche, fleckenfrei. In nur einem Waschgang.
Das neue Produkt. Eine Innovation auf dem Markt.
Vom Ladenregal wandert das Zaubermittel direkt in unsere Hand.
„Hat es funktioniert?“, fragt die Freundin eine Woche später.
„Geht so, habe mehr erwartet“, geben wir zurück.

Kunstwerk der Technik, unübertroffen in Bedienung und Funktionalität.
Auch das ausgeklügelte, schlanke Design, einfach toll.
Das darf dann ruhig etwas mehr kosten.
Nach Wochen der Nutzung, fragen wir uns, ob dieses
neue System, unser eigener kleiner Droide, das Geld wert war.

Wir sind bereit, zu glauben.
An die Lügen der Werbung.
Propaganda und schlechte Berichterstattung wechseln sich ab.
Wir sind zu glauben bereit. Sind wir es nicht sofort, so werden
wir mürbegemacht, bis wir es sind.

Was wir nicht zu glauben bereit sind:

Ich liebe Dich.

Lass‘ uns Freunde sein.

Du bist besonders.

Natürlich, wir sind ja auch schon oft genug getäuscht oder sogar enttäuscht worden, nicht wahr? Ist es nicht so, dass wir eben nicht unendlich viele Chancen geben? Seien es auch verschiedene Menschen, die nicht im geringsten Schuld daran tragen, was ein anderer uns versprochen und nicht gehalten hat. So sei es drum, wir wollen nicht schon wieder ins Stolpern geraten.

Das neuste Produkt, obwohl das letzte schon eine Enttäuschung war?
Natürlich reservieren wir uns sofort einen Platz in der Warteschlange. Mag sie auch noch so lang sein.

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